Bericht
Mit einer Bronzemedaille sieht die Bilanz für Liechtensteins Kickboxer an der EM in Varna (Bul) sehr gut aus. Aufgrund einer Verletzung lag für Günther Wohlwend nicht mehr drin als der dritte Platz. Stark in Szene setzen konnte sich auch Labinot Cekaj, der Siebter wurde.
Kickboxen. – Die Allianz-Halle in Varna (Bul) war letzte Woche Schauplatz der Wako(World Associotian of Kickboxing Organisationen)-Europameisterschaft im Kickboxen. Diese Europameisterschaft ist derzeit die einzige EM im Kickboxsport. Qualifiziert für die EM waren 500 Kämpfer aus insgesamt 35 Nationen Europas. Jedes Land war berechtigt, in jeder Gewichtsklasse einen Kämpfer zu stellen, welcher die internationalen sowie nationalen Qualifikationen überstanden hatte. Ausgetragen wurden die Disziplinen Punktekampfkickboxen (Sportkarate), Kata (Musikformen), Fullkontaktkickboxen sowie Aerokickboxing (Tae Boe). Liechtensteins Farben vertraten Labinot Cekaj und Günther Wohlwend. Betreut wurden die beiden Kämpfer von Teamchef Rainer Davida.
EM-Bronze für Wohlwend
Günther Wohlwend stand in der Gewichtsklasse +94 kg im Einsatz. Am Start waren die zehn besten Superschwergewichte Europas. Im Achtelfinale hatte der Unterländer ein Freilos und traf im Viertelfinale auf den starken Slowenen sowie Medaillengewinner von 2006, Ranis Smajlovic. Beide Kämpfer gaben sich keine Blösse und überzeugten die Zuschauer mit schnellen Handkombinationen. Wohlwend, welcher aufgrund seiner Beinverletzung leicht eingeschränkt war, verliess sich hauptsächlich auf seine schnelle Vorderhand und konnte so mehrmals punkten. In der ersten Runde führte er somit mit 5:0-Punkten. In der zweiten Runde konnte der Slowene seinen Score etwas aufbessern. Doch Wohlwend konnte jeweils nach einem Punktegewinn seines Gegenübers gut kontern und die zweite Runde mit einem Punkteguthaben von 15:8 beenden. In der dritten Runde drehten beide Kämpfer nochmals voll auf und der Kampf war geprägt von harten und schnellen Treffern. Zum Schluss der dritten Runde konnte Wohlwend seine gewerteten Treffer auf 24:15 Punkten ausbauen und souverän gewinnen. Somit stand er in den Halbfinals, welche einen Tag später ausgetragen wurden.
Im Halbfinale traf der Liechtensteiner auf den Ungarn Tibor Wappel, der später den EM-Titel holte. Die zweite Halbfinalpaarung bildeten Lee Matthews (Eng) und Daniel Händel (De). Wohlwend und Wappel hatten den zweiten Halbfinalkampf. Beide kämpften von Beginn weg in einem hohen Tempo. Der Ungar konnte mit einem Punkt in Führung gehen und der Unterländer konnte gut kontern, was ein Hin und Her der Punkte bedeutete. Zum Schluss der ersten Runde verletzte sich jedoch Wohlwend bei einem Ausfallschritt erneut an der Leiste und die minütige Rundenpause kam gelegen, um sich zu erholen. In Runde zwei drehte der Ungar nochmals auf und Wohlwend – aufgrund seiner Verletzung gehandikapt – konnte dem immer stärker werdenden Wappel nicht mehr genügend Parole bieten. In Runde drei musste Wohlwend nochmals unten durch und der Ungar gewann verdient mit 24:15-Punkten. Der Kampf um Platz vier wird bei Europa- sowie Weltmeisterschaften auf Grund des olympischen Gedankens im Kampfsport nicht ausgekämpft.
Rang sieben für Cekaj
Labinot Cekaj, welcher zum ersten Mal an einer EM-Endrunde am Start war, qualifizierte sich dank seiner guten Platzierungen an Welt- und Europacupturnieren. Aufgrund seiner guten Vorbereitung bei seinem Vereinstrainer, Music Besim, war Cekaj top motiviert und bereit für seine Kämpfe. Er startete in der stark besetzten Gewichtsklasse -89 kg. Sein erster Gegner im Achtelfinale war Alexander Verner. Der gross gewachsene Russe gilt als erfahrener Kämpfer in der Kickboxszene. In der ersten Runde setzte der Unterländer den Russen mit seinen schnellen Handbeintechniken stark unter Druck und konnte mit zwei Punkten in Führung gehen. Verner konnte jedoch aufholen und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der zweiten Runde wurde der Russe jedoch etwas stärker und konnte gute Punkte erzielen. Doch Cekaj zeigte Nerven und versuchte kurz vor der zweiten Auszeit, den Punktestand ausgeglichen zu halten. In der letzen und dritten Runde glich er den Punktestand nochmals aus. Zehn Sekunden vor Schluss hatte Labinot das grössere Kämpferherz und traf mit einem schnellen Faustschlag den Russen am Bauch und gewann mit 13:12-Punkten und stand somit im Viertelfinale.
Dort traf er eine Stunde später auf den mehrfachen WM- und EM-Medaillengewinner Dave Hatternan. In der ersten Runde konnte der Ire jedoch von Beginn gute schnelle Punkte erzielen. Cekaj gab sich keine Blösse und versuchte, dem Routinier Parole zu bieten. Nach Runde eins betrug der Punktestand 5:2 für Hatternan. In der zweiten Runde versuchte Cekaj nochmals, den Anschluss zu finden, wobei die Schiedsrichter die von ihm erzielten Körpertreffer mit den Beinen nicht werteten. Hetternan setzte dann die Schlusspunkte und gewann zum Schluss in Runde drei mit 14:8-Punkten. Im Halbfinale traf der Ire dann auf Giuseppe de Marco, welchem er unterlag. Europameister wurde Drew Neal aus England.