Bericht
Am 19. April 2008 fand in Ebern die German Open statt. Es waren rund 600 Kämpfer aus 13 Nationen Europas am Start. Gekämpft wurden nach den Regeln der WAKO (World Associaton and Kickboxing Organisation) und in den Kickboxdisziplinen Full-Light- und Punktekampf sowie im Karate-Formenbereich. Das Liechtensteiner Nationalteam war mit drei A-Kaderkämpfern im Einsatz. Eine optimale Betreuung erhielten die Kämpfer durch Teamcoach Christian Bazdaric, der am Ende des langen Wettkampftages aber nicht ganz zufrieden war, da seine Schützlinge nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft hatten.
Cekaj Labinot in toller Form
Cekaj Labinot war in der Disziplin Pointfighting -89 kg am Start. Im Achtelfinale bezwang der hoch motivierte und mit gezielten Treffern agierende Liechtensteiner den Engländer Christopher Rapold. Im Viertelfinale traf Labinot auf den starken deutschen Kämpfer und späteren Sieger Michael Stein. In einem hart geführten Kampf zeigte Labinot seinen starken Siegeswillen und konnte gut mithalten, am Ende hatte Stein aber mit 19:18-Punkten die Nase knapp vorne. Trotz der Niederlage reichte es Labinot zum dritten Platz in seiner Kategorie.
Wohlwend stark und explosiv
Günther Wohlwend startete in der Disziplin Pointfighting -94 kg. Die Vorrunde überstand er problemlos und traf im Halbfinale auf Michael Steyr, welcher in Deutschland derzeit die Nummer eins ist. In der ersten Runde des Kampfes setzte Wohlwend seine langen Füsse ein, womit er seinen Gegner ausser Atem brachte und durch die Kampffläche jagte. In der zweiten Runde wurde Wohlwend vom Teamcoach Christian Bazdaric offensiver eingestellt. Dies erwies sich als richtiger Weg, um in Führung zu gehen. Auf Grund kleinerer Fehler des Unterländers konnte sein Gegner zum Schluss des Kampfes jedoch den Punktestand nochmals ausgleichen. Der Deutsche machte zum Schluss den entscheidenden Punkt und konnte mit 23:22 den Kampf gewinnen. Wohlwend war somit Dritter.
Kayar überzeugt die Kampfrichter
Kampfsportmultitalent Metin Kayar startete in der Kategorie Hardstyle (imaginäre Kampfkünste mit Musik), wo auch der amtierende Weltmeister Michael Möller aus Deutschland teilnahm. Kayar zeigte eine technisch hochstehende Darbietung. Mit seiner Kata (imaginäre Kampfkunst) begeisterte er nicht nur das Publikum, sondern auch die Kampfrichter. So z. B. auch Michael Wübke, der als Vizepräsident der WAKO Deutschland als Richter fungierte. «Deine Kata war mit Abstand die beste Vorführung, weil man ganz klar die traditionellen Elemente sowie die sauberen Techniken sah, was den anderen Teilnehmern einfach fehlte», so der faszinierte Michael Wübke.
Somit erhielt Metin Kayar die höchste Bewertung in Bezug auf die gezeigten Techniken, mit welchen er sogar Hardstyle-Weltmeister Michael Möller geschlagen hätte. Da Kayar jedoch ohne Musik an den Start ging, was obligatorisch gewesen wäre, erhielt er pro Wertung einen ganzen Punkt Abzug, was auf die Schlusswertung einen grossen Einfluss hatte. Metin Kayar ist somit auf dem besten Weg, sich für die Zukunft im Formenbereich der WAKO einen guten Namen zu machen.